Eine Maisonettewohnung in Rodgau: Objektdaten, Angaben aus dem Gutachten, laufende Kosten und eine nachvollziehbare Beispielrechnung.
Ausgewertet: Gutachten vom 28.02.2026 und Bekanntmachung vom 12.06.2026 · Stand dieser Zusammenstellung: 09.10.2026.
Beispiel zu einem veröffentlichten Verfahren. Der genannte Termin war der 09.10.2026 um 09:00 Uhr. Ob er stattfand und wie das Verfahren ausging, ist hier nicht bestätigt. Die Angaben aus den Unterlagen gelten für deren jeweiligen Stand.
Die Wohnung im Überblick
4 Zimmer · ca. 131,36 m² · Loggia · Garagenstellplatz Wiesbadener Straße 2–4, Haus 2, Rodgau-Nieder-Roden. Der Verkehrswert beträgt 263.000 € einschließlich Stellplatz.
Die Grundstücksfläche bezeichnet das gesamte gemeinschaftliche Grundstück. Sie gehört nicht allein zu dieser Wohnung. Die Wohnfläche wurde im Gutachten aus Plänen berechnet; Abweichungen sind möglich (Gutachten, S. 51).
Die tatsächliche Miete ist nicht bekannt. Der Gutachter verwendet eine marktüblich erzielbare Miete für seine Bewertung. Dieser Ansatz ist kein Nachweis über die Einnahmen aus dem bestehenden Mietvertrag.
Auch die 510 € Hausgeld dürfen nicht pauschal mit den Kosten gleichgesetzt werden, die der Eigentümer endgültig selbst trägt. Dafür fehlen die aktuelle Abrechnung und die Aufteilung in umlagefähige und nicht umlagefähige Positionen. Die 123 € Rücklagenbeitrag sind bereits darin enthalten.
Der Bodenrichtwert ist dem Gutachten entnommen. Es handelt sich hier nicht um eine aktuelle BORIS-Abfrage oder eine Schätzung aus dem PLZ-Umfeld.
Diese Punkte sind vor einem Gebot zu klären
Innenzustand der Wohnung
Die Wohnung war nicht zugänglich. Besichtigt wurden Außenbereiche und Treppenhaus. Eine Beurteilung des Innenzustands war deshalb nicht möglich. Gutachten, S. 4, 14
Nächster Schritt: Besichtigungsmöglichkeit klären und aktuelle Innenaufnahmen oder Zustandsunterlagen anfordern. Renovierungskosten erst mit diesen Informationen genauer ansetzen.
Geplante Sanierung der Nordfassade
Das Gutachten nennt eine geplante Sanierung. Die Finanzierung war teilweise aus der Rücklage und teilweise über ein Bankdarlehen vorgesehen; ein Beschluss lag dazu noch nicht vor. Gutachten, S. 12
Nächster Schritt: Aktuelle Beschlusssammlung, Finanzierungsplan und mögliche Belastung für diese Wohnung bei der Verwaltung erfragen.
Mietverhältnis und tatsächliche Einnahmen
Die Wohnung wird als offenbar vermietet beschrieben. Die tatsächliche Nettokaltmiete war unbekannt. Der Betrag von 1.222,24 € ist ein Bewertungsansatz, keine bestätigte Mietzahlung. Gutachten, S. 9, 25
Nächster Schritt: Mietvertrag, aktuelle Miethöhe, Zahlungsstand und Betriebskostenabrechnung einsehen, bevor eine Rendite berechnet wird.
Grundbuchrechte
Genannt werden Geh- und Fahrrechte sowie Leitungsrechte. Grundlage war ein Grundbuchauszug vom 25.09.2025. Gutachten, S. 7
Nächster Schritt: Aktuellen Grundbuchstand und Versteigerungsbedingungen abgleichen. Aus der Erwähnung im Gutachten folgt nicht, welche Rechte nach dem Zuschlag bestehen bleiben.
Altlasten und baurechtliche Unterlagen
Eine Altlastenuntersuchung war nicht Teil des Auftrags. Die Übereinstimmung mit Baugenehmigung und Bauordnungsrecht wurde nicht untersucht. Gutachten, S. 7, 8
Nächster Schritt: Bei Bedarf Altlastenauskunft und Bauakte einholen. Die Annahmen des Gutachtens sind keine entsprechenden behördlichen Nachweise.
Beispielrechnung: Was wäre bei 230.000 € Gebot einzuplanen?
Die folgenden Eingaben zeigen, wie eine Kostenplanung aussehen kann. Gebot, Renovierung und Reserve sind frei gewählte Beispielwerte. Sie sind weder eine Bewertung dieser Wohnung noch eine Empfehlung.
Position
Betrag
Grundlage
Angenommenes Bargebot
230.000 €
Frei gewählter Beispielwert, keine Gebotsempfehlung
Zusätzlicher Wert bestehenbleibender Rechte
0 €
Nur Rechenannahme; tatsächliche Versteigerungsbedingungen sind zu klären
Grunderwerbsteuer
13.800 €
6 % von 230.000 € im vereinfachten Beispiel
Gericht und Grundbuch
2.300 €
Pauschale von 1 % des Gebots; keine Gebührenberechnung
Noch nicht beziffert: mögliche Sonderumlagen, zusätzliche Finanzierungskosten und Zinsen vom Zuschlag bis zur Zahlung beziehungsweise zum Verteilungstermin. Die Zwischensumme ist deshalb kein vollständiger Endpreis. Tatsächliche Gerichts- und Grundbuchgebühren können von der Pauschale abweichen.
Wie verändert ein anderes Gebot die Rechnung?
Angenommenes Gebot
Zwischensumme bei sonst gleichen Annahmen
210.000 €
259.700 €
230.000 €
281.100 €
250.000 €
302.500 €
Finanzierung im selben Beispiel
Bei 200.000 € Darlehen wären für die bisher eingeplanten 281.100 € rechnerisch 81.100 € eigene Mittel nötig. Mit angenommenen 4 % Sollzins und 2 % Anfangstilgung ergäbe sich eine anfängliche Rate von 1.000 € im Monat. Das ist kein Finanzierungsangebot; die noch unbezifferten Kosten kommen gegebenenfalls hinzu.
Sicherheitsleistung gesondert bereithalten
10 % des Verkehrswerts entsprechen 26.300 €. Das ist der hier dargestellte Regelfall, falls Sicherheit verlangt wird. Die Sicherheitsleistung wird nicht noch einmal als zusätzlicher Kaufpreis auf die Zwischensumme aufgeschlagen.
Keine belastbare Renditezahl: Ohne tatsächliche Miete und gesicherte Eigentümerkosten würde eine konkrete Rendite oder ein monatlicher Überschuss Genauigkeit vortäuschen. Genau diese Angaben sind deshalb als nächste Unterlagen zu beschaffen.
Die komplette Beispielakte als Investorenbericht
Der Bericht enthält dieselben Objektdaten, Seitenverweise und Berechnungen wie diese Beispielakte. So kannst du die Unterlagen und deine Planung später gemeinsam durchgehen.
Die Seitenverweise führen zu den Originalunterlagen im amtlichen Portal. Eigene Rechenannahmen sind gesondert gekennzeichnet. Zusammenstellung durch ZVGPro; keine Auskunft des Gerichts und kein neues Wertgutachten.
Suche und verfügbare amtliche Bekanntmachungen sind kostenlos. Mit Objektpass oder Pro kannst du verfügbare Unterlagen auswerten, Notizen festhalten und eigene Rechenszenarien speichern.